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matteagle

Rind/ Schnelle Küche

Sloppy Joe Sandwich

Also eins können die Amerikaner meiner Meinung nach ja und das ist Essen für auf die Faust. Essen, was man sich entweder an nem Imbisskarren direkt auf der Straße holt oder in einem dieser altmodischen 24/7 Diner oder Deli, wo hinten der etwas ranzige Koch steht, der alle 5 Minuten seinen Kopp mit dem schiefen Kochschiffchen auf durch das Delivery Window steckt. Aber wenn man morgens um 5 was reelles zu Essen braucht, nach einer durchzechten Nacht und für das letzte Klimpergeld aus der Hosentasche, dann ist er genau dein Mann, denn er fabriziert wahre Köstlichkeiten!

Und heute dreht sich alles um ein Gericht aus dieser Kategorie! Ein Sloppy Joe ist ein echter amerikanischer Fast Food Klassiker, der aus einer süßen, leicht scharfen Hackfleischsauce besteht, die mit viel Käse darauf entweder in einem Hamburger Bun oder auch als Sandwich serviert wird. Die Hackfleischsauce besteht bei der klassischen Variante dabei aus Rinderhack, Tomatenketchup, Senf und einigen Gewürzen. Keine Haute Cuisine also, aber nichtsdestotrotz einfach nur lecker!

Wer genau der Erfinder dieser Fast Food Köstlichkeit ist, ist nicht so ganz geklärt. Sogenannte “Loose Meat” oder “Tavern Sandwiches” mit gebratenem Hack gibt es unter den verschiedensten Namen schon seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Name “Sloppy Joe” taucht dann das erste Mal ein paar Jahre später in den 1940ern auf und heute wird gerne das Sloppy Joe’s in Key West in Florida als der Geburtsort genannt. Eine Bar, in der schon Ernest Hemingway verkehrt hat und die es, mittlerweile denkmalgeschützt, noch heute gibt. Eventuell ist es dort hin aus Kuba gekommen, in Florida gibt es ja viele kubanische Einwanderer und Ernest Hemingway reiste ja auch des Öfteren nach Kuba. Ob das nun stimmt, oder ob der Erfinder doch ein eher schlampiger Koch namens Joe in einer unbenannten Bar in Sioux City, Iowa war, wer weiß das schon so genau. Beides taugt auf jeden Fall als gute Geschichte!

Aber jetzt zum wirklich wichtigen, dem Rezept:

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Serves: 4 Cooking Time: 15 min.

Ingredients

  • 500g Rinderhack
  • 1 mittelgroße Zwiebel, gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 6 EL Curry-Ketchup
  • 2 EL Brauner Zucker
  • 1 EL Tomatenmark
  • 2 EL Senf
  • 1 Tüte geraspelten Cheddar (200g)
  • 8 Scheiben Sandwich-Toast
  • etwas Öl und Butter
  • Salz, Pfeffer

Instructions

1

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die gehackten Zwiebeln darin bei mittlerer Hitze anschwitzen.

2

Dann die Temperatur erhöhen, das Hackfleisch hinzugeben und 3-4 Minuten mitbraten.

3

Jetzt Knoblauch, Curry-Ketchup, Senf, Tomatenmark und Zucker hinzugeben und alles gut vermengen. Das Endergebnis sollte nicht zu flüssig sein, aber auch nicht ganz trocken, sondern noch etwas "schlotzig". Zum Schluss noch mit Pfeffer und Salz abschmecken.

4

Die Toastscheiben von beiden Seiten buttern und in einer zweiten Pfanne ohne Öl anbraten. Die Hackfleisch-Mischung auf der Hälfte der Scheiben verteilen, mit dem geriebenen Cheddar bestreuen. Die restlichen Toastscheiben als Deckel benutzen und das Sandwich noch einmal von beiden Seiten 2-3 Minuten braten, bis der Käse anfängt zu verlaufen. Direkt servieren!

Pasta/ Rind

Ragù Classico Bolognese

Wenn man die Leute hierzulande nach ihrem italienischen Lieblingsgericht fragt, dann steht neben Pizza sicher Spaghetti Bolognese ganz weit oben. In Italien allerdings, und erst recht in Bologna, wird man aber aller Wahrscheinlichkeit nach entweder nur mit großen Augen angeschaut, oder sofort als Tourist entlarvt, wenn man sich eine Portion bestellen würde. Denn in Italien wird Ragù alla Bolognese, wie es dort genannt wird, traditionell nur mit breiten oder kurzen Nudeln serviert, weil es an diesen besser haftet, als an dünnen Runden Pastasorten, wie z.B. Spaghetti.

Nachdem wir damit als erstes die Frage geklärt haben, welche Nudeln sich am besten für Bolognese eignen, bleibt nun noch zu klären, was nun genau das klassische Rezept für eine traditionelle Bolognese überhaupt ist.

Die erste dokumentierte Erwähnung einer italienischen Fleischsauce, die zu Nudeln serviert wird, stammt aus dem späten 18. Jahrhundert aus Imola, in der Nähe von Bologna, ohne allerdings schon den heutigen Namen zu besitzen. Dieser wurde erst durch Pellegrino Artusi, der von vielen als Begründer der italienischen Nationalküche angesehen wird, geprägt, der in seinem Kochbuch “La scienza in cucina e l’arte di mangiar bene” im Jahre 1819 erstmals ein Rezept für “Maccheroni alla bolognese” veröffentlichte.

Das heutige Ragù alla Bolognese, das traditionell mit Tagliatelle und Lasagne assoziiert wird, unterscheidet sich mittlerweile etwas von Artusis Rezept. Es gibt wohl so viele Bolognese-Variationen, wie es Köche gibt, aber das 1982 von der italienischen Accademia della Cucina  bei der Handelskammer von Bologna registrierte Rezept für authentisches Ragù alla Bolognese, ist wohl das, was man heute als Originalrezept ansehen kann und auch das, an was ich mich halte. Nicht nur, weil ich sowieso ein Freund klassischer Rezepte bin, sondern auch, weil es so gut schmeckt, dass man auch nicht wirklich etwas verändern muss.

Die Zutaten mögen sicher den einen oder anderen von Euch überraschen, denn es enthält nicht nur Pancetta und Milch, sondern es kommen auch keine der italienischen Standard-Kräuter zum Einsatz, sondern es wird einzig und allein mit Pfeffer und Salz gewürzt. Außerdem ist ein “echtes” Ragù alla Bolognese nichts für Schnellentschlossene, denn es wird erst so richtig gut nach einigen Stunden Kochzeit.

Aber keine Panik, auch für den schnellen Nudelhunger gibt es eine prima alternative in Form der schnellen Salsiccia Bolognese, mit einer Sauce, die man in der Zeit fertig bekommt, die es braucht, um Nudeln al dente zu kochen. Beides lecker und ich mache mal das eine, mal das andere, normalerweise abhängig davon, wie viel Zeit ich gerade habe. Ach ja, und man kann beide Rezepte natürlich allen Traditionen zum Trotz auch mit Spaghetti essen! 😉

Ragù Classico Bolognese

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Serves: 4

Ingredients

  • 300 g grob gewolftes mageres Rindfleisch
  • 150 g Pancetta, gewürfelt
  • 50 g Karotte, fein gewürfelt
  • 50 g Stangensellerie, fein gewürfelt
  • 50 g Zwiebel, fein gewürfelt
  • 300 g geschälte Tomaten
  • 100 ml Rotwein
  • 100 ml Vollmilch
  • 100 ml Gemüsebrühe
  • 50 g Butter (alternativ Olivenöl)
  • Salz und Pfeffer

Instructions

1

Den gewürfelten Pancetta in einer großen Pfanne anschwitzen.

2

Nun die Butter zusammen mit dem gewürfelten Gamüse hinzugeben und alles weitere 2-3 Minuten anschwitzen.

3

Dann das Rinderhack hinzugeben und scharf anbraten.

4

Jetzt mit dem Rotwein ablöschen und unter ständigem Rühren warten, bis dieser fast komplett verkocht ist.

5

Zum Schluss die geschälten Tomaten und die Gemüsebrühe hinzu geben und das Ragù bei niedriger Hitze mindestens 2 Stunden abgedeckt köcheln lassen.

6

Kurz vor dem Servieren noch die Milch hinzu geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Notes

Die Milch ist dazu gedacht, die Säure der Tomaten etwas abzumildern. Serviert man das Ragù nicht zu frischen Nudeln, kann man zusätzlich auch noch einen Schuss Sahne zufügen. Ich finde das aber nicht wirklich nötig.

Geflügel/ Pasta

Chicken Alfredo

Italiener sind im Allgemeinen was ihre Rezepte angeht etwas ich sag jetzt mal speziell. Wer das nicht glaubt, dem empfehle ich als Test, aber nur auf eigene Gefahr :), einfach Mal Spaghetti mit einer Käse-Sahne Soße und am besten noch etwas Kochschinken zu kochen und das dann mit dem Hashtag #carbonara online zu stellen. Vorher aber bitte den Schützengraben ausheben nicht vergessen, in dem man sich vor dem Mob wütender Italiener verschanzen kann, die einem für die Bastardisierung eines Klassikers am liebsten an den Hals springen würden. 🙂

Ich bin ja eigentlich auch ein Freund der Klassiker, die man eigentlich nicht verändern sollte, aber was wäre eine gute Regel, wenn man sie nicht auch einmal brechen würde. Also, betrachtet Euch jetzt ausdrücklich vorgewarnt, denn dies ist nicht das Rezept für klassische Fettucine Alfredo oder al burro, in seiner modernen Form um 1900 herum von einem italienischen Koch namens Alfredo di Lelio kreiert, sondern sozusagen eine gepimpte, amerikanisierte Version.

Butter und Parmesan sind natürlich immer noch enthalten, das Huhn natürlich auch, aber dazu kommt noch eine gehörige Menge Sahne. Abgerundet wird das Ganze dann noch mit getrockneten Tomaten und frischem Blattspinat und garniert mit noch etwas mehr Parmesan, weil viel hilft viel, und ein paar Baconstreifen oder Schinkenwürfeln. Angeblich wurden Fettucine Alfredo von Di Lelio als Versuch erfunden, seiner Frau nach einer schweren Geburt wieder schneller zu Kräften zu helfen. Das klappt mit meiner Chicken Alfredo Version erst Recht. Da reicht glaube ich schon anschauen und man legt zu. 😉 Wer möchte, kann natürlich versuchen an den Kalorien etwas zu sparen, z.B. in dem man einen Teil der Sahne durch Milch und/oder Saure Sahne ersetzt, aber ich bin da eher kein Fan von. Wenn schon, denn schon!

Chicken Alfredo

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Ingredients

  • 250 g Linguini (oder Fettucine)
  • 2 Hühnerbrüste
  • 2 EL Butter
  • 1 Knoblauchzehe
  • 125 ml Weißwein
  • 125 ml Hühnerbrühe
  • 300 ml Sahne
  • 75 g geriebener Parmesan
  • 100g Blattspinat
  • 1 Tüte (100 g) getrocknete Tomaten
  • Salz, Pfeffer
  • 50 g Baconwürfel

Instructions

1

Pasta in einem großen Topf mit gesalzenem Wasser nach Packungsanweisung kochen, bis sie noch etwas mehr Biss als al Dente haben.

2

Während die Pasta kocht, Hühnerbrüste in der Höhe halbieren (damit sie schneller durch sind) und von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen. Den Knoblauch schälen und fein Würfeln. Die Getrockneten Tomaten in Streifen schneiden.

3

In einer großen Pfanne die Baconwürfel auslassen, herausnehmen und zur Seite stellen. In der gleichen Pfanne 1 EL Butter zerlassen, die Hühnerbrüste von beiden Seiten goldbraun anbraten, herausnehmen und etwas ruhen lassen und dann mit zwei Gabeln in kleine Teile reißen.

4

Den Rest der Butter in die Pfanne geben und den Knoblauch leicht bräunen. Dann den Weißwein zugeben und mit ihm den Bodensatz in der Pfanne lösen und ihn dann etwas reduzieren lassen.

5

Sahne, Hühnerbrühe, Parmesan und getrocknete Tomaten zugeben, einmal aufkochen und dann bei mittlerer Hitze 4-5 Minuten köcheln lassen, bis die Soße anfängt einzudicken.

6

Jetzt die abgetropfte Pasta, das kleingerissene Huhn und den Spinat zufügen und alles miteinander vermengen. Ist die Soße zu sehr eingedickt, noch etwas Wasser vom Pastakochen oder Milch hinzufügen, das macht es dann wieder cremiger.

7

Vor dem Servieren noch mit etwas mehr geriebenem Parmesan und den Baconwürfeln garnieren. Guten Appetit!

Westfälisch

Lippischer Pickert

Als gebürtiger Lipper, den es zwar mittlerweile ins Ausland verschlagen hat, na gut, nicht wirklich Kontinente weit weg, sondern “nur” ins Münsterland, gibt es ein Gericht aus meiner Heimat, das ich hier nicht wirklich kriege und selbst eigentlich viel zu selten mache, und das ist Lippischer Pickert.

Wer mit diesem Namen jetzt nicht wirklich viel anfangen kann, entweder weil er kein Lipper ist – es sei Euch verziehen – oder weil er bei einem Besuch im herrlichen Lipperland keinen Pickert kredenzt bekommen hat, dem soll dann jetzt sofort Erleuchtung erlangen:

Lippischer Pickert ist ein pfannkuchenartiges Gericht, in dem, wie man das bei einem Pfannkuchen nicht erwartet, außer Mehl, Milch und Eier, zusätzlich noch Kartoffeln und Hefe enthalten sind. Eigentlich einst ein “Arme Leute Essen” in Lippe und den umliegenden Gegenden, in denen aufgrund des kargen, sandigen Bodens nicht besonders viel angebaut werden konnte und der einfache Bewohner auf wenige und vor allem einfache Lebensmittel zurückgreifen musste, ist er heute so etwas wie das lippische “Nationalgericht”. Damals wurde er deswegen auch oft aus den Zutaten gemacht, die so ziemlich jeder Haushalt zur Verfügung hatte, oft Buchweizenmehl anstelle von normalem Mehl, ohne teure Lebensmittel, wie Rosinen und Zucker, Pickert mit Rosinen galt schon als “Neureichenpickert”, und gebacken wurde er direkt auf der heißen Platte des mit Torf oder Holz geheizten Herds, die mit einer Speckschwarte eingerieben wurde.

Statt des torfbefeuerten Herds tut es heute natürlich auch eine gute Pfanne, wer hat nimmt eine aus Gusseisen, Rosinen gehören traditionell heutzutage in den Teig und zum Lippischen Pickert gehört neben einer guten Tasse Kaffee etwas Butter und Rübenkraut oder, auch wenn das eventuell für den einen oder anderen eigenartig klingt, Lippische Leberwurst. Wer sich das nicht vorstellen kann, einfach mal probieren, da der Pickert an sich nicht wirklich süß ist, geht das sehr gut zusammen. Wer möchte, kann ihn natürlich auch mit Marmelade bestreichen oder auch ganz ohne essen.

Lippischer Pickert

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Serves: 4

Ingredients

  • 500 g Kartoffeln
  • 500 g Mehl
  • 300 ml lauwarme Milch
  • 5 Eier Größe M
  • 1 Würfel Hefe (42 g)
  • 1 TL Salz
  • 1 EL Rübenkraut
  • 50 g Rosinen
  • Öl zum Ausbacken

Instructions

1

Rübenkraut und Hefe in der lauwarmen Milch auflösen und 20 min. gehen lassen.

2

In der Zwischenzeit Kartoffeln schälen und fein reiben. Je feiner, desto besser.

3

Kartoffeln, das Hefe-Milch Gemisch, Mehl und Eier zusammen mit 1 TL Salz in einer großen Schüssel zu einem dickflüssigen Teig vermischen und an einem warmen Ort ca 1,5h gehen lassen, bis sich der Teig ungefähr verdoppelt hat.

4

Ist der Teig schön gegangen, die Rosinen zugeben und alles noch einmal gut durchrühren.

5

Öl in einer Pfanne erhitzen und den Teig goldbraun zu kleinen Puffern ausbacken. Warm servieren. Traditionell dazu serviert wird Rübenkraut und/oder Lippische Leberwurst und eine Tasse Kaffee.

Beilagen/ Schnelle Küche

Strangolapreti

Als ich vor ein paar Tagen auf Instagram über ein Bild dieser kleinen Spinatklöße mit dem lustigen Namen gestolpert bin, war mir sofort klar, dass sie direkt in den nächsten Tagen einmal auf meiner privaten Speisekarte landen würden. Nicht nur, dass ich sehr gerne alle Arten von Knödel und Klössen esse und immer auf der Suche bin nach neuen Rezepten mit Mangold (weil wir davon immer Massen in unserem Garten haben) … da ist dann natürlich auch noch der eigenartige Name, denn Strangolapreti bedeutet übersetzt ungefähr so viel wie Priesterwürger. Klöße mit einem lustigen Namen, wie soll man da auch noch lange widerstehen?

Wie genau es nun zu dem etwas eigenartigen Namen des ursprünglich aus Südtirol stammenden Gerichts gekommen ist, kann man, wie bei so vielen klassischen Gerichten, anscheinend nicht mehr so genau nachvollziehen und es gibt diverse Theorien dazu . Der Name Strangolapreti wurde den meisten Quellen zufolge aber wohl schon im 16. Jahrhundert geprägt. Zur Zeit des Konzils von Trient um 1550 herum waren die kleinen Klöße angeblich die Leibspeise der dort anwesenden Prälate. So weit, so gut. Wie es dann genau zum lustigen Namen Priesterwürger gekommen ist, dazu gibt es mehrere Erklärungsansätze.

Ob die versammelten Pfaffen nun ohne Maß so viele der leckeren Klößchen in sich hinein geschlungen haben, bis sie fast erstickten, während das hungernde Volk draußen vor der Tür ihnen gewünscht hat, dass sie beim Schlemmen ersticken sollen, oder sie so oft und so viele Klöße gegessen haben, bis ihre Priesterkrägen zu eng wurden und sie beinah erwürgten … keiner weiß es heute mehr so genau.

Persönlich finde ich jedenfalls beide Erklärungsversuche auf ihre eigene Art gleich spannend und auch gleich wahrscheinlich. Sucht Euch am besten einfach Euren Liebling aus. Wahrscheinlich war es am Ende sowieso ganz anders und die wirkliche Erklärung wäre total langweilig 😉

Lecker sind die kleinen Dinger auf jeden Fall und obwohl ich ja gerne und auch relativ häufig Fleisch esse, ist dies hier eines der Gerichte, wo selbst ich auch mal ganz ohne Fleisch auskommen kann. Oder wie seht Ihr das?

Strangolapreti

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Serves: 2

Ingredients

  • 200 g gewürfeltes Weißbrot vom Vortag
  • 250 g Mangold (oder Blattspinat)
  • 75 g geriebenen Parmesan
  • 150ml lauwarme Milch
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 3 EL Butter
  • 1 TL Pinienkerne
  • ein paar Salbeiblätter
  • einen Schuss Olivenöl

Instructions

1

Den Mangold waschen und putzen, größere Stiele herausschneiden und in einem Topf mit kochendem leicht gesalzenen Wasser für 1-2 Minuten blanchieren. Nach dem Herausnehmen dann in feine Streifen schneiden.

2

Die Weißbrotwürfel in der lauwarmen Milch einweichen und mit dem Parmesan, den Eiern, etwas Muskat, Salz und Pfeffer und den Mangoldstreifen zu einer homogenen Masse verkneten.

3

Dann die Masse im Kühlschrank für mindestens eine Stunde kühl stellen, sie wird dann noch deutlich fester. Sollte der Kloßteig nicht fest genug sein mit etwas mehr Brot oder Paniermehl nachhelfen, ist er zu fest, noch etwas mehr Milch hinzugeben.

4

Den Teig zu kleinen Knödeln formen und in siedendem Wasser ca. 10-15 Minuten ziehen lassen. Wie lang genau hängt von der Größe der Klößchen und der Größe der darin enthaltenen Brotstücke ab. Wenn sie an die Oberfläche steigen, lasse ich sie noch ca. 5 Minuten kochen, das passt dann normalerweise.

5

Zum Schluss etwas Butter und einen Schuss Olivenöl zusammen mit den Salbeiblättern und Pinienkernen in einer Pfanne erhitzen, die abgetropften Strangolapetri darin schwenken und dann sofort mit Parmesan bestreut servieren.

Notes

Die Mangoldstiele müssen nicht entsorgt werden, man kann sie z.B. braten, ähnlich wie Spargel. Nicht umsonst nennt man Mangod auch den "Spargel des armen Mannes". Für unsere Knödel sind die Mangoldstiele aber einfach zu hart. Deswegen kommen sie hier nicht zum Einsatz. Bei Blattspinat sind die Stengelchen normalerweise ziemlich dünn und weich, deswegen kann man sie dranlassen.

Backen/ Desserts

Lamingtons

Australien war ja die letzten Wochen mehr als gewöhnlich in den Medien präsent. Zuerst die fürchterlichen Buschfeuer, die nahezu das ganze Land erfasst hatten, danach dann die Australian Open und Nationalfeiertag war dann währenddessen auch noch.

Australia Day wird immer am 26. Januar gefeiert, dem Ankunftstag der First Fleet, der ersten Schiffsflotte mit Strafgefangenen die zur Besiedlung aus England nach Australien aufbrach, die genau an diesem Tag im Jahr 1788 in Sydney Cove eintraf.

In einem Einspieler in irgendeiner News-Sendung zum Thema, bei der ich beim Zappen kurz hängengeblieben bin, war dann u.A. auch von Lamingtons zur Feier des Tages beim nachmittäglichen Tee die Rede. Da mir zur australischen Küche nicht wirklich viel einfällt, außer die Liebe der Australier zum BBQ und Vegemite, hat mich das zu einer kleinen Recherche inspiriert und dieser wohl typischte aller australischen Kuchen landete sofort auf meiner “muss zügig mal ausprobiert werden” Rezeptliste.

Den Namen Lamington verdanken die kleinen Kokos-Kuchenwürfel übrigens Charles Cochrane-Baillie, 2. Baron Lamington, der um 1900 herum Gouverneur von Queensland war und bei dem sie das erste Mal in Australien serviert wurden. In vielen Balkanländern gibt es übrigens ein ganz ähnliches Gebäck namens Čupavci, vielleicht kennt Ihr sie ja deswegen bereits von dort.

Egal ob Lamingtons oder Čupavci, die kleinen Dinger sind auf jeden Fall unglaublich lecker und sie haben bei uns nicht besonders lang gehalten. Ich hab auf jeden Fall schon Order bekommen, gleich die nächste Ladung zu machen! 😉

Zwei kleine Tipps für die Herstellung habe ich auch noch, bevor es mit dem Rezept losgeht:

  • Der Bisquitboden ist ziemlich weich, er bröselt also leicht, wenn man ihn frisch aus dem Ofen mit dem Guss überzieht. Idealerweise macht man den Bisquit deswegen einen Tag vorher, sollte das zeitlich nicht möglich sein, kann man sich auch mit dem Trick behelfen, den ich bei Nagi von Recipetineats gelesen habe und ihn einfach für eine Stunde ins Gefrierfach legen.
  • Schokoguss plus Kokosraspel gibt außerdem leicht eine ziemliche Schmiererei, wenn man nicht aufpasst. Ein bisschen eindämmen kann man das, indem man die Kuchenstücke mit Gabeln anstellte der Hände im Guss umdreht.

Lamingtons

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Ingredients

  • Für den Teig
  • 125 g weiche Butter
  • 220 g Zucker
  • Mark von 1/2 Vanilleschote
  • 3 Eier
  • 260 g Weizenmehl
  • 3 TL Backpulver
  • 125 ml Milch
  • Für den Guss
  • 250 g Puderzucker
  • 4 EL Kakao
  • Mark von 1/2 Vanilleschote
  • 240 ml kochendes Wasser
  • 1 EL flüssige Butter
  • 200 g Kokosraspel

Instructions

1

Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze (160° Umluft) vorheizen.

2

Butter, Zucker und Vanille zusammen schaumig schlagen.

3

Eier eines nach dem anderen zugeben und dabei konstant weiterschlagen, damit eine leichte Masse entsteht.

4

Mehl mit dem Backpulver mischen und zusammen mit der Milch zur Masse geben, dabei alles weiter aufschlagen.

5

Teig in eine mit Backpapier ausgeschlagen oder gefettete Form geben und auf mittlerer Schiene ca. 25 Minuten backen.

6

Wenn die Stäbchenprobe zeigt, dass der Boden gar ist, herausnehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

7

Für den Guss den Puderzucker, den Kakao und das Vanillemark mischen, dann das heiße Wasser und die flüssige Butter unterrühren. Er sollte idealerweise eine sirupartige Konsistenz haben.

8

Zum Schluss die in etwa 5 cm große Würfel geschnittenen Boden von allen Seiten in den Guss tauchen, danach in Kokosraspeln wälzen und auf einem Kuchengitter trocknen lassen.

9

Je nach Belieben kann man sie dann entweder direkt so essen oder auch halbieren und mit Marmelade und etwas Sahne füllen. Schmeckt beides fantastisch!

Vegan

Linsen-Süßkartoffel Curry

Beim Einkaufen letztens im Supermarkt um die Ecke ist mir aufgefallen, dass sie anstelle von den kleinen Plastikbeutelchen für Obst und Gemüse dort neuerdings kleine Packpapiertütchen haben. Was ich aber noch interessanter fand war, dass sie bei den Süßkartoffeln den PLU-Code, also die Nummer, die der Kassierer an der Kasse bei Obst und Gemüse eingeben muss, damit die Kasse weiß, was man grad kauft, direkt auf die Kartoffeln aufgedruckt haben.

Zugegeben, das Thema Umweltschutz steht bei mir in der alltäglichen Denke nicht besonders weit oben auf der Agenda, aber solch kleine Sachen find ich dann schon ganz gut und unterstütze es auch. Die Papiertüten erinnern mich außerdem irgendwie an meine Kindheit. Ja, ich bin alt genug, um noch den kleinen Tante-Emma Laden um die Ecke zu kennen, bei dem es das Obst in diesen Papier-Spitztüten aus braunem Packpapier gab … und drei Kirschlollies für 5 Pfennig und … aber ich schweife schon wieder ab. 🙂

Die bedruckte Süßkartoffel hat mich dran aber wieder dran erinnert, dass ich schon eine ganze Weile ein Süßkartoffel-Curry mit Linsen auf dem Plan stehen hatte, dass ich unbedingt einmal kochen wollte. Also das Ganze als Wink des Schicksals aufgefasst, schnell alles gekauft, was ich der Erinnerung nach dafür gebraucht habe – und auch in der Tat nichts Wichtiges vergessen 🙂 – und zuhause gleich losgelegt.

Auch wenn es die nächsten Tage anscheinend ja wieder wärmer werden soll, ist es ja draußen grad immer noch ziemlich ungemütlich, ideales Eintopf-Wetter also. Außerdem kann ich in diesem Rezept das so ziemlich letzte verarbeiten, was unser Garten noch aus der letzten Saison zu bieten hat, nämlich einen kleinen Rest Spinat. Süßkartoffeln hatten wir zwar auch welche angebaut, bzw. eher versucht anzubauen, denn das war kein besonderer Erfolg. Mal schauen, dieses Mal haben wir den eigenen Garten ja das erste Mal eine ganze Saison, vielleicht klappt es da besser.

Der Eintopf ist auf jeden Fall echt lecker, dafür könnt ich schon ein paar eigene Süßkartoffeln mehr brauchen … naja, wie sagt der Kaiser immer so schön? “Schau’n mer mal, dann sehn mer scho!”

Linsen-Süßkartoffel Curry

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Serves: 4 Cooking Time: 1h

Ingredients

  • 1 Süßkartoffel
  • 2 Möhren
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 1 Stück Ingwer, daumengroß
  • 250g Linsen
  • 1 Dose gehackte Tomaten
  • 1 Dose Kokosmilch
  • 0,5l Gemüsebrühe
  • 200g frischer Blattspinat
  • einige Stengel Koriander
  • Saft von 1 Limette
  • 1EL Öl
  • 2TL rote Currypaste
  • Salz, Pfeffer

Instructions

1

Zwiebel und Knoblauch fein hacken, Süßkartoffel schälen und würfeln, Möhren schälen und in Scheiben schneiden, Ingwer schälen und raspeln.

2

Öl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebeln, den Knoblauch und den Ingwer darin anschwitzen.

3

Karotten hinzugeben und 1-2 Minuten anbraten. Jetzt die Currypaste und die Linsen hinzugeben und eine weitere Minute anrösten.

4

Nun die Tomaten, die Kokosmilch und die Gemüsebrühe hinzugeben. Alles einmal aufkochen und bei niedriger Hitze 10 Minuten leicht köcheln lassen.

5

Dann die gewürfelte Süßkarotte hinzugeben und weitere 20 Minuten köcheln lassen. Ab und zu umrühren.

6

Zum Schluss den grob gehackten Spinat zufügen, mit Salz, Pfeffer und dem Limettensaft abschmecken. Weitere 5 Minuten köcheln lassen.

7

Vor dem Servieren noch mit gehackten Koriander bestreuen. Guten Appetit!

Pasta

Pasta alla Norma

Pasta alla Norma ist ein klassisches Nudelgericht aus der sizilianischen Küche, dass mit nur wenigen Zutaten auskommt und auch relativ schnell und ohne großen Aufwand gemacht ist. Ideal also für so Tage wie heute, wo einen der Nudelhunger überkommt, aber die Lust auf die große Küchenschlacht nicht so wirklich vorhanden ist, also für mehr oder weniger typische Sonntage. 😉

Und wer mich ein klein wenig kennt, hat sicher schon mitbekommen, dass ich ja sowieso ein Pasta Liebhaber bin und da insbesondere auf die klassischen Gerichte mit wenigen, dafür aber guten Zutaten, wie Spaghetti Carbonara oder Cacio e Pepe oder auch mal eine schnelle Salsiccia Bolognese.

Bekannt ist das Gericht seit dem 19. Jahrhundert und wurde, wenn man Wikipedia glaubt, nach der Oper Norma des in Catania geborenen Komponisten Vincenzo Bellini benannt. Warum genau man nun Penne mit Auberginen Norma genannt hat, darüber scheiden sich die Geister ein wenig. Entweder war der Koch, der dieses Gericht erfunden hat, so von der Oper begeistert, dass er sie deswegen Norma genannt hat oder die Oper war auf Sizilien so bekannt, dass Norma zu einem geflügelten Begriff geworden ist und so viel bedeutete wie Super oder Spitzenklasse und deswegen bekamen die Nudeln im Laufe der Zeit diesen Namen.

Sei es wie es sei, sie sind auf jeden Fall lecker!

Hauptzutat sind außer Tomaten und Nudeln, welche Nudelsorte genau auch darüber scheiden sich die Geister ein klein wenig, aber meistens werden Makkaroni oder Penne Rigate als traditionell genannt, noch Auberginen, frischer Basilikum und Riccotta Salata, auch Ricotta Stagionata genannt. Das ist nicht der frische und sehr weiche Ricotta, den wohl die meisten aus dem Kühlregal kennen, sondern etwas reiferer, der deswegen eine relativ feste Konsistenz hat, so etwa wie Feta, und der dann noch mit grobem Meersalz gesalzen wird.

Pasta alle Norma

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Serves: 3 Cooking Time: 40

Ingredients

  • 250g Pasta (Eure Lieblingssorte)
  • 1 kleine Aubergine
  • 400g gehackte Tomaten (Dose)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • einige Blätter Basilikum
  • 50g Ricotta Salata
  • 1 Zweig Thymian
  • etwas Olivenöl
  • Salz, Pfeffer

Instructions

1

Die Aubergine in kleine Würfel, oder wer möchte kann auch Scheiben nehmen, in ein Sieb legen, mit Salz bestreuen und erst einmal zur Seite stellen. Die Zwiebel und den Knoblauch ebenfalls fein würfeln.

2

Die Pasta in einem großen Topf mit gesalzenem Wasser kochen, bis sie ein klein wenig mehr Biss haben als Al Dente.

3

Während die Nulden kochen, etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel und den Knoblauch darin ca. 2-3 Min. glasig anschwitzen. Nun die Auberginenstückchen hinzugeben und für einige Minuten mit anbraten, bis sie leicht gebräunt sind.

4

Nun die gehackten Tomaten sowie den Thymian hinzugeben und alles bei mittlerer Hitze ca. 7-8 Min. einkochen. Kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die gekochte Pasta nun zur Soße geben und gut vermengen.

5

Zum Schluss die Pasta in einer Schale oder tiefen Tellern anrichten und mit dem grob geriebenen Ricotta Salata sowie frischen Basilikumblättern garnieren. Guten Hunger!

Schnelle Küche/ Suppen

Kürbissuppe mit Chorizo

Nicht das ich etwas gegen Winter hätte, ganz im Gegenteil find ich so richtigen Winter mit allem drum und dran toll … trockene, eisige Kälte, mit dem Mountainbike ‘ne Runde durch den frisch gefallenen Schnee, aber das momentane Wetter geht mir so langsam dann doch auf den Senkel. Nicht wirklich kalt, dafür aber so gut wie jeden Tag irgendwie nass oder feucht und irgendwie immer diesig und das man mal so richtig die Sonne sieht, kommt irgendwie auch nur noch höchst selten vor. Zumindest in unserer Gegend.

Wird wirklich Zeit, dass es wieder mehr Richtung Frühling geht und man wieder mehr im Garten machen kann. Wir haben ja letzten Sommer endlich einen Schrebergarten übernommen und der fehlt mir jetzt so langsam dann doch. Der Garten selbst natürlich und noch ein bisschen mehr die Küche, die ich mir dort mit der Erlaubnis von meinem Schatzi hab einrichten dürfen.

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Backen/ Desserts

Dutch Baby

Zugegeben, Dutch Baby ist schon ein relativ eigenartiger Name für diese luftige amerikanische Variation unseres schönen Pfannkuchens und die weiteren Namen unter dem er in den USA bekannt ist, wie Bismarck oder Dutch Puff (weil er so schön aufgeht und nicht etwa, weil man ihn in dem gleichnamigen Etablissement so gerne isst :)) sind auch nicht wirklich besser. Aber lecker ist er wirklich und eigentlich auch ganz schnell und ohne ausgefallene Zutaten gemacht.

Der Legende nach wurden sie irgendwann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in einem kleinen Familienbetrieb namens Manca’s Cafe in Seattle serviert und erlangten in den 60ern durch einen Artikel im damals recht bekannten Magazin Sunset dann landesweite Bekanntheit.

Mit Holland zu tun hat ein Dutch Baby jetzt nicht wirklich etwas. Zu ihrem Namen gekommen sind die im Ofen gebackenen Pfannkuchen der Legende nach, weil eine der Töchter des Besitzers “deutsch” nicht richtig hat aussprechen können und am Ende wurde dann aus deutsch irgendwie dutch und der Dutch Baby Pancake, bzw. kurz Dutch Baby war geboren!

Frei nach dem Motto des deutschen Fussballphilosophen Andy Möller:“Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien!”

 

Ganz klassisch ist Dutch Baby ein süßes Frühstück, dass man traditionell mit Puderzucker bestreut und mit etwas Zitrone und Butter serviert. Der Kreativität und Experimentierfreude sind hier aber keine wirklichen Grenzen gesetzt und man kann sich mit den verschiedensten Toppings nach Lust und Laune austoben. Beerenfrüchte passen zum Dutch Baby ganz prima, entweder gibt man sie nach dem Backen drüber oder gleich mit rein in den Teig, das finde ich noch leckerer oder man kann ihn auch pikant machen, Rukola und Parmaschinken hinterher drauf finde ich sehr lecker oder auch Tomate und Schafskäse direkt in den Teig rein.

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